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Bewertung von Wandelanleihen

Durch den dualen Charakter von Wandelanleihen ist ihre Bewertung eine komplexe Angelegenheit. Durch das Bezugsverhältnis (Anzahl der Aktien pro Nominalwert der Anleihe) lässt sich der Wert des Aktienanteils im Marktwert der Wandelanleihe bestimmen. Dieser Teil wird Parität genannt und man erhält ihn durch die Multiplikation von aktuellem Aktienkurs mit dem Bezugsverhältnis. Die Differenz dieses Wertes zum Marktwert der Aktie entspricht der Prämie einer Wandelanleihe, die in Prozent ausgedrückt wird. Wandelanleihen mit geringer Prämie reagieren stärker auf Schwankungen des Aktienkurses.


Der Obligationenteil der Wandelanleihe wird durch die Qualität des Schuldners und die daraus zu fordernde Rendite bestimmt. Diesen Wert bezeichnet man als Bond-Floor. Das heißt, der Wert einer Wandelanleihe sollte nicht unter den Bond-Floor sinken, da die Wandelanleihe dort die gleiche Rendite wie eine normale Anleihe des Schuldners mit gleichen Bedingungen aufweist. Problematisch wird die Bestimmung des Bond-Floors, wenn keine entsprechenden Anleihen ausstehend sind. Dadurch ist man gezwungen, Annahmen zu treffen, welche Rendite das Papier aufweisen müsste.


Die Differenz vom Marktwert der Wandelanleihe und dem Bond-Floor nennt man Risikoprämie. Sie zeigt dem Investor, mit welchem Rückschlagspotenzial er zum Zeitpunkt der Investition rechnen muss. Der Bond-Floor einer Wandelanleihe steigt mit der sich verringernden Laufzeit der Anleihe. Bei Verfall entspricht er dem Rückzahlungspreis.